Das See Think Do Care Framework
- Naomi Stromeyer

- 5. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Viele Marketingmassnahmen scheitern nicht an schlechten Kanälen, sondern an fehlender Struktur. Inhalte, Kampagnen und Botschaften werden wahllos ausgespielt, ohne Rücksicht darauf, wo potenzielle Kunden gerade stehen. Genau hier setzt das See-Think-Do-Care-Framework an.
Das Modell hilft Unternehmen, Marketing entlang der tatsächlichen Entscheidungsphase der Zielgruppe zu planen. Besonders für KMU ist es ein wirksames Werkzeug, um Budget gezielt einzusetzen und Streuverluste zu reduzieren.
Was ist das See-Think-Do-Care-Framework?
Das See-Think-Do-Care-Framework wurde von Avinash Kaushik (Google) entwickelt, um das Kundenverhalten entlang des gesamten Entscheidungsprozesses abzubilden. Es unterteilt die Zielgruppe nicht nach demografischen Merkmalen, sondern nach Kaufbereitschaft und Informationsbedarf.
Jede Phase erfordert andere Inhalte, andere Botschaften und andere Kanäle.

See-Phase: Sichtbarkeit aufbauen
In der See-Phase befinden sich Menschen, die ein Problem oder Bedürfnis haben, aber noch nicht aktiv nach einer Lösung suchen. Sie sind nicht kaufbereit, aber offen für Orientierung.
Ziel dieser Phase ist es, sichtbar zu werden und Vertrauen aufzubauen – nicht zu verkaufen.
Typische Inhalte in der See-Phase sind:
Grundlagenartikel und Erklärungen
Social-Media-Content mit Mehrwert
Inspiration, Einordnung und Orientierung
Für KMU ist diese Phase besonders wichtig, weil sie langfristige Bekanntheit schafft. Wer hier nicht präsent ist, wird später oft gar nicht erst in Betracht gezogen.
Think-Phase: Relevanz beweisen
In der Think-Phase erkennen potenzielle Kunden, dass sie ein konkretes Problem haben und beginnen aktiv nach Lösungen zu suchen. Sie vergleichen Optionen, Anbieter und Ansätze.
Jetzt geht es darum, Kompetenz zu zeigen und Orientierung zu geben.
Geeignete Inhalte in der Think- Phase sind:
Vergleichsartikel
Leitfäden und Checklisten
Fallbeispiele und Praxiserfahrungen
FAQs und Entscheidungsgrundlagen
Unternehmen, die in dieser Phase klare Antworten liefern, positionieren sich als relevante Option – noch bevor ein Angebot eingeholt wird.
Do-Phase: Entscheidung ermöglichen
In der Do-Phase ist die Kaufabsicht klar vorhanden. Die Frage ist nicht mehr ob, sondern bei wem.
Hier müssen Inhalte Vertrauen schaffen und Unsicherheiten abbauen. Komplexe oder teure Entscheidungen brauchen Klarheit.
Typische Massnahmen in der DO-Phase sind:
Leistungsseiten mit klarer Struktur
Referenzen und Testimonials
Konkrete Angebote und CTAs
Beratungsgespräche oder Demos
Für KMU ist wichtig: Wer erst hier mit Marketing beginnt, ist zu spät. Die Entscheidung wurde oft schon vorher emotional vorbereitet.
Care-Phase: Beziehung sichern und ausbauen
Die Care-Phase wird häufig unterschätzt. Dabei liegt hier enormes Potenzial. Bestehende Kunden sind günstiger zu halten als neue zu gewinnen.
Ziel ist es, Vertrauen zu festigen, Weiterempfehlungen zu fördern und langfristige Beziehungen aufzubauen.
Geeignete Inhalte in der Care-Phase sind:
Newsletter mit echtem Mehrwert
Support- und Wissensinhalte
Follow-up-Kommunikation
Community- oder Kundenformate
Gerade in der Schweiz, wo Vertrauen und Kontinuität zentral sind, ist diese Phase entscheidend für nachhaltiges Wachstum.
Warum das Framework für KMU besonders sinnvoll ist
KMU haben meist begrenzte Ressourcen. Das See-Think-Do-Care-Framework hilft, Marketing gezielt zu planen und Prioritäten zu setzen. Statt überall ein bisschen aktiv zu sein, wird dort investiert, wo es strategisch Sinn macht.
Das Framework sorgt für:
Klarere Inhalte und Botschaften
Bessere Nutzerführung
Höhere Conversion-Raten
Nachhaltigere Kundenbeziehungen
Fazit: Marketing entlang echter Entscheidungen denken
Das See-Think-Do-Care-Framework zwingt Unternehmen, Marketing aus Sicht der Nutzer zu denken, nicht aus interner Perspektive. Wer versteht, in welcher Phase sich seine Zielgruppe befindet, kommuniziert relevanter, glaubwürdiger und wirksamer.
Für KMU ist das kein theoretisches Modell, sondern ein praktisches Werkzeug für strukturierte Sichtbarkeit, bessere Entscheidungen und langfristiges Wachstum.



